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Honda Civic Type R-Rundenrekord auf der Norschleife wirft Fragen auf

Honda Civic Type R

Ganz selbstbewusst meldete Honda dieser Tage: „Honda Civic Type R setzt Zeichen auf dem Nürburgring“. In der dazugehörigen Pressemeldung lesen wir, dass das Entwicklungsmodell des Civic Type R einen neuen Rundenrekord für frontgetriebene Kompaktsportler auf der Nordschleife des Nürburgrings aufgestellt habe. Dieser Prototyp sei die 20,8 Kilometer in 7:50,63 Minuten gefahren. Ein toller Marketing-Stunt. Dennoch lohnt eine kritische Betrachtung.

Schneller als Mégane RS, Leon Cupra  und Astra OPC?

Der neue Honda Civic Type R dürfte schon allein dank seiner Motorisierung von 310 PS nun wirklich nicht langsam in der Grünen Hölle unterwegs sein und wahrscheinlich wird der Japaner den bisherigen Platzhirschen Renault Mégane RS, Seat Leon Cupra 280 und Opel Astra OPC tatsächlich gefährlich werden. Fraglich ist nur, ob sich Honda wirklich einen Gefallen tut, eine schnelle Runde eines Prototypen medial auszuschlachten.

Die Japaner werden zwar nicht müde zu betonen, dass das Entwicklungsmodell über identische technische Spezifikationen wie die Serienversion verfüge. Trotzdem wird der vermeintliche Rundenrekord schon jetzt kritisch von der Nordschleifen-Szene diskutiert.

Serienversion vs. optimierte Vorserienversion

Vor allem stößt den Kritikern auf, dass Hondas offizielles Video, das den Rundenrekord belegen soll, am Ende ganz offensichtlich geschnitten wurde. Warum das Video geschnitten wurde, ist nicht bekannt. Ob ein solcher Schnitt die gefahrene Zeit manipulieren könnte, ist Spekulation. Glücklich ist ein solcher Schnitt sicherlich nicht. Update: Honda hat sich in den Kommentaren auf Youtube gemeldet und mitgeteilt, dass der „Cut“ kein Cut sei, sonder ein Fehler, der beim Rendern auftauchte. Zudem verweisen die Japaner auf das identische Video ohne Cut.

Welche Komponenten verbaute Honda im Vorserien-Civic Type R?

Zudem ist der augenscheinlich vorhandene Überrollkäfig wohl kaum Bestandteil des Serienmodells. Soviel zum Thema „identische technische Spezifikationen“. Bridgetogantry.com mutmaßt zwar, dass der Käfig so montiert sein könnte, dass positive Effekte auf die Gesamtsteifigkeit eben nicht aufgetreten sind. Sehr wahrscheinlich ist dies aber nicht unbedingt. Und wenn Honda mit dem Käfig ein Teil verbaut hat, das nicht Bestandteil der Serienversion ist: wurden eventuell weitere Teile verbaut, die nicht der Serie entsprechen? Welche Leistung hat das Auto? Welche Reifen wurden verwendet, normale UHP-Reifen oder gar Semislicks?

Insofern darf sich Honda nicht beschweren, wenn ihr vermeintlicher Rundenrekord nicht kritiklos hingenommen wird. Im Laufe des Jahres will Honda allerdings erneut in der Eifel antreten – dann mit der Serienversion des Honda Civic Type R – und alle Zweifel beseitigen.